Category: Keine Erotik Geschichten

Andrea, meine untote Ehefrau.

by Aldebaran66©

(Kleine Anmerkung des Autors. Vor einigen Monaten habe ich einen kleinen Teil aus meiner Geschichte „Liebe, Tod und Neuanfang" genommen und eine eigenständige Geschichte daraus gemacht. Ich wollte dabei mal eine Geschichte erzählen, die vollkommen ohne Erotik/Sex auskommt um zu probieren, ob ich das auch kann. Daraus ist dann ein etwas längerer Text geworden, der mir großen Spaß gemacht hat, diesen zu schreiben. Ich stelle diesen jetzt hier ein, da ich es zu schade finde, ihn in meiner Kiste der unveröffentlichten Geschichten verstauben zu lassen. Ich habe sie gleich vollständig eingestellt, da diese wahrscheinlich nicht oft gelesen wird. Trotzdem wünsche ich viel Spaß damit. Aldebaran66)

Vorwort

Ich habe mich endlich dazu überwunden, die Geschichte meiner Frau und mir zu schreiben. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich es tun soll, und bin dann letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass es zumindest für mich gut wäre, die Geschehnisse der letzten Zeit zu Papier zu bringen.

Leicht ist es nicht, denn es sind Dinge geschehen, die ich bis jetzt nicht verstanden habe und wahrscheinlich auch niemals verstehen werde. Sie wollen sich in meinem Kopf einfach nicht zu einem vollständigen Bild zusammensetzten lassen und so weist das Puzzel des Lebens einige Löcher auf, wobei es mit dem Leben so eine Sache ist. Aber dazu kommen wir später.

Ich möchte mich hier schon einmal bei den wenigen Menschen bedanken, die uns in den letzten Monaten wohlwollend begleitet haben.

Es sind jedoch wenige. Nicht aus dem Grund dass uns nicht mehr geholfen hätte, aber je kleiner die Anzahl derjenigen ist, die über uns bescheid wissen, umso besser. Hierbei muss ich darauf hinweisen, dass ich besonders Professor Dr. med. Müller (Kalle) danke, dessen Name ich aus bestimmten Gründen, wie die Namen aller anderen, geändert habe. Es dient dem Schutz aller beteiligen Personen, denn sollten die wirklichen Namen an die breite Öffentlichkeit gelangen, wäre unser Leben so nicht mehr zu führen, wie wir es inzwischen genießen.

Kapitel 1

Eigentlich bin ich ein Eigenbrötler und Einzelgänger. So zumindest habe ich es bis vor drei Jahren gehalten. Warum auch nicht? Ich kam damit sehr gut zurecht. Immerhin hatte ich alle Freiheiten, die man haben kann, besonders als vermögender Junggeselle.

Ich hatte einfach Glück, sehr viel Glück im Leben und dafür bin ich heute noch mehr als dankbar. Schon in jungen Jahren hatte ich einen mehr als lukrativen Job ergattert, der mich so sehr ausfüllte, dass mir gar nicht auffiel, dass ich im Prinzip die ganze Zeit alleine war. Waren dann mal keine Menschen um mich herum, empfand ich es als Wohltat, alleine zu sein. Jetzt konnte ich meinen Gedanken nachhängen und mir über alles klar werden, wozu ich im normalen Arbeitsablauf nicht kam.

Gerade diese Stunden genoss ich über alles. Ich schaltete meinen Computer und sämtliche Telefone in dem Wissen ab, dass wahrer Luxus daraus besteht, nicht immer und überall erreichbar zu sein. Oder wie einer meiner Bekannten immer zu sagten pflegte: „Nicht der ist wichtig der ein Handy hat, sondern der, der einen hat, der ein Handy hat!"

In dieser viel zu seltenen Zeit, goss ich mir zu gerne einen guten Whiskey in ein schönes Glas, legte eine gute alte Platte auf und dämpfte das Licht. Dann zündete ich mir eine geschmackvolle Zigarre an, die von einer Insel in der Südsee stammte.

Mich dann hinzusetzen, dem bernsteinfarbenen Lebenswasser zuzusehen, wie es im Glas geschwenkte seine Runden drehte und dabei eigentlich an nichts zu denken, waren die Art Dinge, die mir neue Kraft gaben.

Hierbei möchte ich betonen, dass es wirklich eine Platte war, so ein Ding aus Vinyl, schwarz und groß. Viele werden jetzt die Nase rümpfen und sich sagen, dass der Typ vorsintflutlich ist, aber ich habe festgestellt, dass es Sinn macht.

Ich habe nichts gegen CDs. Ganz im Gegenteil. Fast ein ganzes, großes Regal in dem kleinen Raum, in dem ich saß, ist mit den Dingern vollgestopft. Sie haben nur einen gewaltigen Nachteil, denn man hört sie fast nie ganz durch. Stattdessen sitzt man mit seiner Fernbedienung wie vor dem Fernseher und kann es nicht lassen, Titel zu überspringen oder in den schnellen Vorlauf zu schalten.

Bei einem Plattenspieler ist das anders. Will man so etwas machen, muss man erst aufstehen, dort hingehen, den Deckel öffnen und verzweifelt mit der Nadel den Anfang suchen, den man haben will. Hat man ihn dann endlich gefunden, geht man zu seinem Sessel zurück, setzt sich hin, um festzustellen, dass die Platte inzwischen sowieso an der Stelle angekommen wäre. Also lässt man es und entdeckt ziemlich oft, dass einem selbst Stücke zu gefallen beginnen, die man zuvor nicht mochte. Man musste sie nur ein paar Mal gehört haben. Bei einer CD wäre das nicht so gewesen.

Außerdem hat eine Schallplatte noch einen anderen Vorteil, zumindest behaupten das alle Menschen, die ebenfalls die Dinger lieben.

Auf Schallplatten soll der ganze Umfang der Frequenzen vorhanden sein, also auch die Töne, die man eigentlich gar nicht hören kann. Nicht so wie bei den komprimierten MP 3. Dies wiederum soll zum Wohlfühlen entscheidend sein und eine wohltat für die Ohren; soll aber nur bei hochwertigen Anlagen fühlbar sein.

Ich kann da nicht so viel zu sagen. Entweder sind meine Ohren dafür nicht gemacht, den Unterschied zu bemerkten oder meine Anlage bringt das nicht rüber. Ich persönlich kann jedenfalls keinen Unterschied von MP 3 auf analog erkennen. Dazu habe ich es mehrmals ausprobiert. Bei beiden Abspielarten schmecken mir Whiskey und Zigarre gleich gut.

So lebte ich eine ganze Zeit vor mich hin. Verdiente mehr Geld, als ich ausgeben konnte, oder besser gesagt, hätte ich schon gekonnt, wenn ich gewusst hätte, wofür. In vielen Dingen bin ich vollkommen anspruchslos. Selbst Autos interessieren mich nicht wirklich.

Kapitel 2

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als einer meiner Geschäftspartner mich beiseite nahm und auf mein Transportmittel hinwies. Er war der Meinung, dass es für mein Ansehen nicht gerade förderlich wäre. Sicher, es sah schon komisch aus, wenn zwischen den neusten Nobelkarossen der anderen ein gelinde gesagt Altes, Verrostetes und von TÜV nicht mehr gerne Gesehenes etwas stand, was den Ausdruck Auto eigentlich nicht mehr verdiente. Oder anders gesagt, der Lack war ab und das nicht nur im übertragenen Sinn.

Auch wenn mich solche Äußerlichkeiten nicht sonderlich interessieren, musste ich mich wohl ein wenig an die anderen anpassen. Ich mochte es nicht in irgendeiner Weise aufzufallen. Ergo stand schon eine Woche später ein neuer Wagen vor meiner Tür. Es ging allerdings auch nur so schnell, weil ich keine Ansprüche stellte und den Wagen einer namenhaften Firma sozusagen aus dem Schaufenster erstand. Wenn er mehr oder weniger Extras gehabt hätte, wäre es mir nicht aufgefallen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich bis heute alle Funktionen des Autos kenne.

Wozu auch? Was sollte ich mit Navi? Weite Strecken legte ich immer mit dem Zug zurück, damit ich während der Fahrt arbeiten kann. Ich lehne Technik nicht ab, ganz im Gegenteil. Ohne meine Rechner wäre ich arbeitstechnisch ein halber Mensch. Es geht einfach nicht ohne WWW und Co.

Ich bin nicht sportlich, ganz und gar nicht, aber zum Glück hat die Natur mir die richtigen Gene gegeben. Zusätzlich muss ich allerdings auch sagen, dass ich mich sehr kontrolliert ernähre. Sozusagen als Gegenpol meiner Bewegungsfaulheit. Eine meiner Lieblingsbeschäftigung ist es, neben dem Arbeiten, andere Menschen dabei zu beobachten, wenn sie schwitzen. Es kling seltsam, ist es auch, aber es macht mir unheimlich Spaß.

Schon als Kind konnte ich lange und ausdauernd anderen dabei zusehen, wenn sie arbeiteten. Wenn bei uns Straßenarbeiten waren, oder irgendwo ein Haus gebaut wurde, war ich nicht weit. Ich konnte mir stundenlang ansehen, wie andere etwas mit ihrer Hände Arbeit erschufen. Stein auf Stein, Pflasterstein an Pflasterstein.

Heute beneide ich diese Menschen ein wenig. Nicht deswegen, weil sie sich ihre Knochen bei ihrem Job kaputtmachen, sondern weil sie sehen, was sie geschaffen haben. Sie können durch eine Gegend fahren und immer wieder zu sich sagen: „Da habe ich mit dran gebaut, die Mauer ist meine, bei dem Straßenabschnitt habe ich mitgeholfen und so weiter."

Das kann ich nicht. Wenn überhaupt geschränkt sich meine Arbeit darauf, dass sie einen kleinen Platz auf irgendeinem Speicher belegt der jederzeit löschbar ist. Eben eine Information aus zwei Zuständen, nichts anderes.

Ach ja, ich liebe den Geruch von geschmolzenem Teer. Wenn ich also irgendwo zu finden war, dann bei den Kesselwagen, in denen die zähflüssige, schwarze Masse heiß gehalten wurde. Warum das so ist, kann ich nicht sagen.

Kapitel 3

Aber komme ich einmal zurück zu den schwitzenden Menschen.

Wie schon gesagt, Sport ist nichts für mich. Also schaue ich, wenn ich Zeit habe, einmal aus dem Fenster und sehe nach, wie das Wetter ist. Ist es für meine Zwecke gut genug, dann packe ich mir ein wenig was zu essen ein, was meistens aus Käse und Brot besteht. Dann kommt noch eine gute Flasche Rotwein dazu. Ist das Päckchen geschnürt, schwinge ich mich auf mein Fahrrad und sause in den Stadtpark, der nur zehn Minuten von meinem Heim entfernt ist.

Jetzt werden sie sich Fragen, wieso mit einem Fahrrad? Das ist doch auch Sport.

Nein, ist es nicht. Das einzig Sportliche daran ist, den gut gefüllten Akku in die dafür vorgesehene Vorrichtung zu stecken. Ich muss dazu nicht einmal mittreten, denn ein Bekannter von mir, seines Zeichens Bastler, hat das Fahrrad umgebaut. Es fährt vollkommen von alleine und hält sich in seinem Fall auch nicht an die Höchstgeschwindigkeit. Trotzdem fahre ich selten über zwanzig Stundenkilometer. Es sei denn, es muss einmal sehr schnell gehen. Das ist aber bis jetzt nur einmal vorgekommen.

Es war ein wunderschöner Sommertag, der aber ein Ende damit ankündigte, dass sich hohe, fast schwarze Wolkenberge am Horizont auftürmten und es zu grummeln begann. Da ich aber in meinem Innersten ein sehr gemütlicher Mensch bin, habe ich mich nicht wirklich beeilt, um nach Hause zu kommen. Diese Trödelei musste mein Fahrrad dann wieder aufholen.

Und was muss ich sagen? Ich habe Autos überholt. Wenn ich davon ausgehe, dass sie sich an der geltenden Geschwindigkeitsbeschränkung von fünfzig Stundenkilometer hielten, dann kann ich mir in etwa ausrechnen, was mein Drahtesel schafft. Jetzt wusste ich auch, warum mein Kumpel der Bastler so überdimensionale Scheibenbremsen eingebaut hatte. Sicherheit ging ihm anscheinend über alles oder er wollte sich nicht nachsagen lassen, dass er Mist macht.

Wie ich die Bremsen das erste Mal gesehen hatte, hatte ich gelächelt und ihn gefragt, ob er damit einen LKW zum stehen bleiben bringen wollte. Er hat nur gelächelt und gemeint, dass man auch ab und zu mal auf dicke Tasche machen muss. Wenn mein Auto schon von der Stange ist, dann doch wenigstens mein Fahrrad nicht.

Er hat mich mit der Äußerung über mein Auto nicht getroffen, denn zu der Zeit fuhr ich noch das alte Ding, auf dessen Blechkleid ich jede Rostbeule mir Vornamen kannte.

Um es kurz zu machen, es war wieder einer der Tage, an dem das Wetter dazu einlud Arbeit, Arbeit sein zu lassen. Eben einer der Tage, wo es sich lohnte, selbstständig zu sein.

Ein kurzer Anruf bei meinem Prokuristen, eine kleine Umleitung meiner Geschäftsnummern und schon hatte ich sozusagen frei.

Nur wenige Minuten später saß ich mit beschriebenem Proviant auf dem Fahrrad und genoss es, dass mir der warme Wind um die Nase strich. Dazu nahm ich nicht den direkten Weg, sondern fuhr einen Umweg durch die wenig befahrenen Nebenstraßen. So war das leise Summen des Elektromotors eines der wenigen Geräusche, die mich den Weg lang begleiteten. Natürlich nur neben den Geräuschen der Natur, die ebenfalls gedämpft an meine Ohren drangen.

Wenige Tage zuvor war ich noch bei meiner Friseurin gewesen. Ich kannte sie seit Jahren und ließ auch niemanden anderes an meinen Kopf. Ich ließ zu diesem Zweck jedes Mal über meine Sekretärin einen Termin machen.

Ich will nicht sexistisch wirken, aber ein Anruf bei einem Friseur ist für eine Frau doch das Höchste. Erinnert es sie doch an ihren letzten Besuch. Entweder war es eine freudige Überraschung und sie bekam ein Lächeln auf den Lippen oder es war das Gegenteil. Dann verzog sich ihr Gesicht zu einer Fratze und sie erneuerte ihren Schwur der Urfehde mit derjenigen oder demjenigen, der ihr Leben zerstört hat. Zwischen Freude und Hass lagen hier oft nur wenige Millimeter.

Ich hätte zu gerne das Gesicht meiner Sekretärin gesehen, aber eigentlich kannte ich sie nur von Telefon her. Zu selten war ich wirklich im Betrieb. Wozu hatte man einen Prokuristen und die anderen hoch bezahlten Menschen, die sich um mein Wohl sorgten. Wer´s glaubt, wird selig. Auch hier geht es immer nur um das eine, Geld. Aber egal, solange alles läuft, kann ich darauf verzichten, mein Haus in Richtung Betrieb zu verlassen. Wieder eine der guten Seiten der modernen Telekommunikation. Alles im Griff zu haben und das über eine gedachte Entfernung. Nicht umsonst werden Bestellungen für Pizza in New York nach Indien umgeleitet und von dort aus gemanagt. Wirklich erstaunlich.

Zurück zum Fahren mit dem Fahrrad. Meine Haare waren wie immer auf die Grundmauern herunter geschnitten worden. Ich fand immer, dass vier Millimeter vollkommen ausreichten und so konnte die Luft ungehindert an meine Kopfhaut gelangen, denn Fahrradhelme sind was für Weicheier und Leisetreter. Entschuldigung das Ich das so sage, aber es gibt kaum etwas, was so lächerlich aussieht wie diese kleinen Türme, die wie angeklebt auf den Schädeln von Menschen angebracht werden können. Zweifellos sind sie bei Stürzen von Vorteil, dagegen will ich ja nichts sagen, aber das soll jeder für sich entscheiden. Für mich kommen die Dinger jedenfalls nicht auf meinen Kopf.

Jedenfalls radelte ich so meines Weges oder besser gesagt, wurde gefahren. Fuhr mal hier, mal dort durch eine Straße, durch die ich nur selten kam. Hier und da war ein altes Haus abgerissen und dafür ein neues errichtet worden und so hielt ich ab und zu an, um mir die neusten architektonischen Finessen anzusehen. Immerhin wollte ich in nächster Zeit selber neu bauen. Ich empfand mein altes Haus als zu klein, geradezu bedrückend. Es musste etwas Größeres, Komfortableres her.

Leider waren die Häuser zumeist im Einheitsschnitt gebaut worden. Nichts besonders, eben ein Schuhkarton mit Dach drauf. Nur selten entdeckte ich so etwas von Innovation. Vielleicht lag es auch daran, dass ich in anderen Dimensionen dachte. Nicht jeder konnte so bauen, wie ich es vorhatte. Es war eben von Vorteil, wenn es nicht aufs Geld ankam und das hatte nicht jeder so zur Verfügung wie ich.

Kapitel 4

Aber egal, ich schweife wieder ab von dem, was ich eigentlich erzählen wollte.

Nach einer längeren Zeit als sonst, kam ich im Stadtpark an. Hier orientiere ich mich in die Richtung eines ansässigen Sportvereins, der mehr oder weniger im Park selber eine Sportanlage betrieb. Eine Anlage mit Schotter- als auch Tartanbahn, Sprunggrube und alles, was man sonst noch für die Leichtathletik brauchte. Also genau das Biotop, in dem sich die Spezies Sportler gerne aufhält.

Sicher, es gab auch einen Trimmpfad um den Park herum. Einen fast kreisrunden Weg mit einer Bahn zum Laufen oder gehen, aber die interessiert mich nicht wirklich. Hier konnte ich die Menschen nur vorbeilaufen sehen und das war mir zu wenig.

Früher hieß es einmal Dauerlauf und Wandern hatte noch keine Bezeichnung. Heute Joggen und Nordic Walking. Als wenn die Nordländer das Gehen neu erfunden hätte.

Meuten von bestockten Rentnern gingen wie Hölle geradeaus und versuchten dabei konzentriert auszusehen. Kein Lachen, keine Unterhaltung. Hier wurde Hochleistungssport betrieben, zumindest sah es so aus. Das Einzige was man zu hören bekam, war das leise knacken und schaben diverser künstlicher Gelenkte und Knochen.

Wenn man auf einer Parkbank saß und die Augen schloss, konnte man an diesem ganz speziellen Geräusch schon vorher hören, was da auf einen zukam.

Dabei kamen mir dann so unsäglich schlimme Gedanken in den Kopf. Ich konstruierte in meinem Kopf eine Mine, die bei diesem Geräusch detonierte. Die Rentenkassen wären jedenfalls über meine Erfindung hoch erfreut gewesen.

Das war jetzt nicht nett, da haben sie vollkommen recht, aber schauen sie einmal in sich selbst. Ich glaube, sie haben auch in ihrem Gehirn Pläne liegen, die sich auf irgendetwas, vielleicht auf ihren Nachbarn beziehen. Es könnte auch eine Bärenfalle für den bepelzten Tretminenleger sein, der seine Hinterlassenschaft immer vor ihrem Eingang parkt. Ganz egal, jeder hat einmal solche oder ähnliche Gedanken und man muss dann über seine eigene Kreativität lächeln, auch wenn man sie zum Glück nie umsetzt, denn dann würde keiner mehr die Straße betreten. Egal wo, egal wann, irgendwo würde etwas sei, was einem anderen an einem nicht passt.

Irgendwann, mit diesen Gedanken im Hinterkopf und einem Schmunzeln auf den Lippen, kam ich dann doch am Sportplatz an. Hier war dann eine andere Spezies Sportler anzutreffen, als im Park selber.

Klar, sie waren auch am Schwitzen, aber sie wie waren dabei wenigstens in einem Alter, in dem die gestählten Körper für mich attraktiver waren. Ob Frauen oder Männer spielte keine Rolle.

Straffe Haut spannte sich über festes Fleisch und ließ es zu, dass sich die Muskeln darunter hervorhoben. Ein Anblick, der mir mehr als gefiel, besonders als ich dann mein Fahrrad anschloss und den Korb mit mir nahm.

Daraufhin schlenderte ich zu einer kleinen Tribüne, die ihren Namen eigentlich nicht verdient hatte. Es waren einfach nur drei sehr breite und vor allem tiefe Steinstufen, die aber nur durch Stein begrenzt wurden. Dazwischen war ein Gemisch aus Schotter, Sand und Unkraut, welches sich spärlich durch den wenig einladenden Boden drängte.

Dort angekommen nahm ich eine rote Decke aus dem Korb und breitete sie neben mir aus. Sie war nicht groß, nur einen Meter im Quadrat, aber da ich nicht darauf sitzen wollte, reichte es vollkommen aus.

Hierauf stellte ich einen Teller, welcher dick eingepackte gewesen war, denn er bestand aus Meissner Porzellan. Nicht, dass ich mir keinen Neuen hätte kaufen können, wenn er kaputt gegangen wäre, aber es musste ja nicht sein. Dann holte ich eine Plastikschachtel heraus die wahrscheinlich niemals kaputt gehen würde. Zumindest versprach es der Hersteller und bis jetzt hatte er seine Form auch nicht verloren.

Hierin befanden sich verschiedene Käsestückchen, die ich auf dem letzten Wochenmarkt an meinem Käsestand erworben hatte.

Besser sagen wir mal so, ich habe sie abgeholt. Die Bestellung war über meine Sekretärin gelaufen. Wie immer. Woher sie die Rufnummer hatte, wusste ich nicht, aber ich habe einmal gehört, dass gute Sekretärinnen alle Rufnummern der Welt im Kopf haben. Bei meiner war es wohl so.

Jedenfalls war ich wieder überrascht, welch leckere Sachen es alles gab. Ich kannte die Sorten nicht, aber der Käsestand meine Vorlieben. Mal cremig sanft zum Gaumen, mal hart und geradezu eine Geschmacksexplosion im ganzen Mundraum. Dazu kam jetzt noch eine Flasche bestem Rotwein aus einer besonders leckeren Lage in Frankreich. Blutrot mit einer fast öligen Konsistenz. Kräftig und genau mit der richtigen Temperatur, wofür eine Kühlummantelung sorge, die ich jetzt abzog.

Noch einen Griff in den Korb und das etwas größere, schwere Rotweinglas kam zum Vorscheinen, welches eher an einen Pokal erinnerte. Murano lässt grüßen.

So gewappnet war der Korken schnell aus dem Flaschenhals und ich genoss den ersten Käsehappen, der nach dem Genuss der Aromen und Geschmacksstoffe von einem kleinen Schluck Wein unterstützt wurde.

Erst dann widmete ich mich dem Geschehen auf dem Sportplatz.

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