Category: Romane und Kurzromane Geschichten

Der geheime Wunsch Teil 03

by rokoerber©

©2010 rokoerber

Kapitel 05 - Vorstellung

In Sandra kam zuerst ein schlechtes Gewissen hoch, als sie leise die Haustüre aufschloss. Marc hatte sie selbstverständlich bis zu Haustüre gebracht und danach hatten sie sich mit einem dicken Kuss verabschiedet. Schnell erkannte die junge Frau jedoch, eigentlich hatte sie nichts Verbotenes getan. Dass sie heute mit Marc zusammen war, wusste die Mutter ja. Obwohl sie längs volljährig war, hatte sie immer noch ein wenig Angst vor der Mutter.

Sandra ging ins Wohnzimmer. Mama guckte immer noch Fernsehen, dabei war es schon kurz nach zehn. Als das Fräulein Tochter eintrat, wurde der Fernseher jedoch umgehend ausgeschaltet. Die Mutter stand sogar auf und ging auf die Tochter zu.

„Alles in Ordnung mit dir?", fragte sie zuerst, dabei blickte sie der Tochter scharf in die Augen. „Auf jeden Fall habt ihr euch geküsst", lächelte sie dann doch. „Dein aufgetragener Lippenstift ist verschwunden. Das merke dir gleich, ein Lippenstift gehört nicht nur ins Bad, zumindest ein Exemplar gehört in deine Handtasche. Nicht jeder braucht ja von deinen Eskapaden zu wissen!", lachte die Mutter dann sogar. „Wie wohl jeder vernünftige Mann, hat er sich auch für deinen Busen interessiert", fuhr sie fort. „Deine Bluse ist völlig verdrückt und den BH hast du auch nicht mehr richtig angezogen. Er hängt schief an dir."

„So etwas siehst du?", brach es aus Sandra heraus. „Und dass du es nur weißt, ich habe bereits sein Sperma geschluckt und er hat mir einen wunderschönen Orgasmus abgeleckt. Im Übrigen bin ich völlig unbeschädigt aber sehr durcheinander. Ich fürchte ich habe doch etwas von dieser Sexkrankheit in mir, denn ich hatte irgendwie den Verstand verloren. Wenn Marc es verlangt hätte, ich glaube ich hätte ihn gelassen, ich hätte mit ihm Dinge getan, die ich vorher ausgeschlossen hatte. Zu meinem Glück wohl ist er ein Gentleman", wurde der Mama um die Ohren geworfen.

„Mein liebes Kind", erschrak Mutter Regina. „Hattest du denn womöglich diesen Zwang in dir, dich ihm hinzugeben, oder war es einfach die Lust, weil du da etwas völlig Neues kennenlerntest, das Zusammensein mit einem Mann?"

„Genau genommen", antwortete Sandra überlegend, „ genau genommen habe ich mich einfach fallen lassen. Ich hatte Vertrauen zu ihm und ließ ihn einfach gewähren. Es war so schön, so aufregend, so neu ... ich wollte einfach genießen. Einen Zwang oder gar den Wunsch mit ihm zu -- ahm -- ficken verspürte ich gar nicht."

Beide setzten sich auf das Wohnzimmersofa. Dort wurde die sichtlich bewegte Tochter in den Arm genommen. Dann ging das Verhör weiter:

„Erzähle von Anfang an", forderte die Mutter.

„Als Erstes küssten wir uns", gestand Sandra. „Ich stellte mich bei unserem ersten Kuss natürlich blöde an. Keiner, selbst du nicht, hat mir je gesagt, dass man beim liebevollen Küssen die Zunge benutzt. Ich habe da zwar mal was von Zungenküssen gehört, aber irgendwie gedacht, das sei eine dieser Übertreibungen, wie ich schon so manches vernommen habe. Aber Marc sagte schlicht, wenn man sich so wie wir, küsst, würden sich die Zungen umspielen, man könne so den Geschmack des Partners aufnehmen, spüren, ob er einem zusagt."

Sandra machte eine verträumte Pause, dabei mit der Zunge über die Lippen leckend. Die Mutter sah es mit einem schnell auftauchenden Lächeln im Gesicht.

„Und sagte er dir zu?", kam dann die Frage.

„Also ehrlich gesagt, es war einfach himmlisch. Wenn ich so nachdenke, dass wir beim Küssen, fast wie nebenbei, aneinander -- nun sagen wir rumfummelten, gehörte bald irgendwie dazu. Ich fürchte, entgegen deinem Rat, ließ ich ihn einfach gewähren. Daher sagte ich ja vorhin, wenn er gewollt hätte, würde ich ihm alles erlaubt haben. Und, ich habe keine Ahnung mehr, was mich dazu trieb, ich griff ihm an die Hose. Er fragte, ob ich mit ihm spielen wollte. Wie ich mich dumpf erinnere, stimmte ich zu. Er wertete das als Einverständnis, auch bei mir vorsichtig zwischen den Beinen zu spielen. Vorher tat er jedoch genau das, was du mir vorausgesagt hast, er wollte an meinen Busen. Jetzt weiß ich, warum ich dafür schon mal den Namen Wonnekugeln gelesen habe -- es war die pure Wonne von ihm dort gestreichelt und später, auch geküsst zu werden."

„War er denn zärtlich oder womöglich grob?", wollte die Mutter wissen.

„Wenn er grob gewesen wäre, würde ich ja kaum von Wonne sprechen", gab die Tochter fast etwas aufgebracht zurück. „Ich freue mich jetzt schon, wenn ich seine Hand und seine Lippen wieder dort spüre. Und ich sag' es dir gleich, ich werde etwas Praktischeres anziehen, das er leichter drankommt."

„Na ja", lachte jetzt die Mutter, „ganz so einfach soll man es den Herren aber nicht machen."

„Wenn du mich fragst", kam jetzt ebenfalls lächeln die Antwort, „ich vertraue ihm so sehr, ich wäre sogar gerne nackt mit ihm in meinem Zimmer. Ich denke, er würde noch schönere Dinge mit mir machen, ich habe da so eine dumpfe Ahnung, ohne so nebenbei in mich zu wollen. Ich meine wollen sicher schon, aber nicht ... nicht mit Zwang, wenn du verstehst, was ich meine?"

„Liebe Sandra, ich verstehe noch ganz etwas anderes", sagte die Mutter. „Meine Tochter hat sich offensichtlich verliebt."

„Hm -- jetzt wo du das so sagst", antwortete Sandra, dabei stark errötend.

„Noch zwei Fragen, dann entlasse ich dich in dein Bett, wo du deinen Träumen nachgehen kannst."

„Dann frag halt", gestattete es Sandra.

„Das Wichtigste. Hast du jetzt Lust, bevor du dich womöglich für Marc entscheidest, zuerst noch einen anderen Mann, zum Vergleich, kennenzulernen?"

Damit hatte Mutter Regina die Tochter zumindest zum kurz Nachdenken gebracht. Sie runzelte die Stirne, die Augen blickten nachdenklich auf den Fußboden. Sie machte es sich offensichtlich nicht leicht. Es dauerte fast eine Minute, bis sie antwortete.

„Mir fehlt natürlich jegliche Vergleichsmöglichkeit. Wenn ich allerdings so an deine Erzählung denke, frage ich mich, ob ich solche Erfahrung denn brauche. Marc ist mir sympathisch. Gut, es kann sein, im Überschwang der Gefühle, mag ich da manches zu rosa sehen. Auf der anderen Seite konnte ich bisher nichts Abstoßendes an ihm entdecken. Er schmeckt gut", lächelte sie dann „und er riecht gut. Er ist zärtlich, vorsichtig und keinesfalls sehr fordernd. Aber, zumindest derzeit noch viel wichtiger für mich, man kann sich offenbar gut mit ihm unterhalten. Das zeigte sich vor allem im Café und auf dem Weg in die Burg, denn natürlich küssten wir uns nicht gleich. Er hatte vor allem beim reden, Themen drauf, die mich nicht langweilte. Fußball oder so etwas. Ich denke, mit ihm wird es nicht so schnell langweilig, denn nur zu schmusen, ist für den Anfang zwar schön -- aber kaum auf die Dauer. Papa und du haben ja auch viel geredet, aber kaum gestritten."

„Das ist eine vernünftige Ansicht mein Schatz. Nun zur zweiten Frage, die in euerem möglichen sexuellen Zusammensein von großer Wichtigkeit sein kann: Wie ist Marc denn gebaut?"

„Er ist natürlich größer als ich. Er ist schlank, leicht muskulös, wohl sportlich da sehr beweglich ..."

„Ich meine etwas anderes", hakte die Mutter fast grinsend nach. „Auf Äußerlichkeiten kommt es zwar auch an, was ich aber meinte, ist, wie sieht sein Schwanz aus und, du hast gesagt du hättest sein Sperma schon getrunken, ist er ein Blitzspritzer ... ahm ... besser gefragt, konntest du genüsslich mit seinem Ding spielen oder spritzte er sofort?"

„Du fragst Dinge", antwortete das Töchterchen schon wieder leicht errötend. „Aber gut, du weißt es halt besser. Als er da so vor mir stand, erschrak ich doch ein wenig. Er war zwar nicht ganz so lang wie dein Dildo, aber sehr viel dicker. Ich hatte Mühe ihn in den Mund ...", die Röte in Sandras Gesicht wurde noch dunkler, „zu bekommen. Ich weiß nicht, wie lange es dauern muss, bis ein Mann spritzt, aber ich denke -- nun ja stundenlang lutschte ich nicht an ihm -- aber lange war es schon. Aber warum fragst du?"

„Ganz einfach", gab die Mutter zurück. „Wenn er zu klein gebaut wäre und dazu noch zu schnell kommen würde, könnte es schwierig werden mit ihm ein gutes, sexuelles Zusammensein zu haben."

„Daran hab ich noch gar nicht gedacht", musste Sandra zugeben. „Aber ich mach mir jetzt in der Küche noch schnell ein Brot, dann geh ich ins Bett."

Sandra verschwand und die Mutter blieb versonnen zurück. Sie musste nachdenken. Bald kam sie zu dem Schuss, ihr Mädchen war nun kein Mädchen mehr. Sie hatte die ersten Freuden des Zusammenseins mir einem Mann kennengelernt. Nur zu bald würde eine gewisse Routine eintreten, eine Gewöhnung. Sie konnte nur hoffen, dass sie nicht ebenfalls auf den falschen Geschmack kommen würde. Wenn sie jetzt auch noch ausschließt, mit anderen Männern etwas anfangen zu wollen, könnte genau das sehr gut geschehen, wenn sie nicht schleunigst in gute feste Hände käme. Sie musste diesem Marc unbedingt mal auf den Zahn fühlen, ob er denn für Sandra der Richtige sein könnte. Obwohl Sandra noch keineswegs an so etwas dachte, die leidgeprüfte Mutter Regina dachte bereits an eine mögliche Heirat und zwar nur, um ihr Mädchen vor sich selbst zu schützen.

Regina schlief schlecht in dieser Nacht, die Sorge um die Tochter trieb sie einerseits um, andererseits freute sie sich natürlich, dass ihr Kind, zumindest derzeit, scheinbar glücklich war.

*** Sandra war doch etwas verblüfft darüber, als sie in die Wohnküche kam, dass Mama bereits den Tisch nett gedeckt hatte und das Frühstück fertig war. Eigentlich war ja Tischdecken ihre Aufgabe. Doch nur zu gerne setzte sie sich, nach einem Morgenküsschen für die Mutter, an den Tisch.

„Hast du denn gut geschlafen?", wurde gefragt.

„Nach dem ... ahm ... wie ein Baby", kam die Antwort.

„Dann ist es ja gut", gab Mutter Regina zurück. „Ich habe jetzt nur eine Bitte an dich. Du wirst deinen Marc doch sicher heute sehen wollen. Könntest du ihn bitten, sich heute Abend mal bei mir vorzustellen? Du hast ihn zwar recht liebevoll beschrieben, aber ich würde ihn gerne einmal selbst beäugen."

„Na klar doch", lächelte die Tochter zurück. „Mama traut der Tochter nicht zu, alleine einen netten Mann gefunden zu haben."

„Deswegen hab ich dich ja mit ihm in den Wald gehen lassen", konnte Regina darauf nur laut lachen.

*** Der Tag im Kindergarten forderte von Sandra ihre ganzen Kräfte. Sie musste mit Inge heute alleine die ganze Bande von zwei Dutzend Kindern hüten -- und Kinder im Kindergartenalter sind selten ruhig und brav. Die andere Kollegin war erkrankt. Was Genaues war noch nicht bekannt. Zuerst wurde die Schwester von Marc ganz vorsichtig ausgehorcht. Die allerdings fragte zuerst, ob sich denn ihr Bruder gestern ordentlich benommen hätte. Sandra konnte dem nur mit einem leichten Grinsen im Gesicht zustimmen.

Es war kurz vor Feierabend, als Marc eintrudelte. Inge guckte keineswegs verwirrt, als er zuerst Sandra mit einem Kuss begrüßte und dann erst sie. Es war aus dem Gesicht der beiden zu erkennen, dass da Amors Pfeil getroffen hatte. Inge sah auch sehr wohl, dass die beiden kurz danach Arm in Arm verschwanden, während sie noch alles abschloss.

Sandra brauchte kaum Überredungskraft, um ihren ersten Freund zu überreden, mit zu ihrer Mutter zu kommen.

„Ich hab es fast geahnt", lächelte er nur. „Vor allem Mütter wollen immer gleich wissen, was sich die Tochter da geangelt hat." Dass zwei ältere Damen dumm guckten, als nach diesen Worten geküsst wurde, bekam das Liebespaar gar nicht mit. Sie waren halt auf dem Dorf, wo es sowieso nur wenig Neues gab.

Die frisch verliebte Sandra staunte nicht schlecht, als sie Marc ins Wohnzimmer schleuste und sah, dass schon wieder der Tisch gedeckt war und ein prächtiges kleines Abendbrot, für drei Personen, auf sie wartete. Die Mutter hatte sich sogar extra hübsch angezogen heute.

Nach der gegenseitigen Vorstellung setzten die Drei sich an den Tisch. Es gab zwar nicht Besonderes, nur einen Hackbraten mit Salzkartoffeln und Blumenkohl, dazu noch einen gemischten Salat, doch augenscheinlich war für alle das Essen auch eher Nebensache. Marc stellte sich als Biertrinker heraus, während die Damen einen gespritzten Wein bevorzugten.

Der junge Mann war völlig darauf vorbereitet, dass er von Mutter Regina nach privaten Dingen befragt wurde. Kein Wunder, bereits zwei frühere Freundinnen brachten ihn ebenfalls mit nach Hause. Mit dieser Frau Regina, sie stellte sich gleich mit Vornamen vor, ließ sich ebenso trefflich plaudern, wie mit der Tochter. Im Gegensatz zu den Müttern der früheren Freundinnen sah diese Mutter auch noch richtig gut aus, eigentlich viel zu jung für die Tochter.

Nachdem das Essen erledigt war, der Tisch von Sandra abgeräumt, setzte man sich in die bequeme Polstergarnitur. Die Getränke kamen mit.

„Nachdem ich sie, Marc, ja jetzt etwas kennengelernt habe, kann ich verstehen, warum meine Tochter plötzlich ein wenig neben sich steht. Ich will keinesfalls vorgreifen, aber mich lässt das Gefühl nicht los, dass Amor zumindest bei ihr, bereits erfolgreich seine Pfeile verschossen hat. Oder irre ich mich da?"

„Nein Frau Regina, sie irren sich keineswegs", antwortet Marc irgendwie ein wenig verlegen. „Ich hatte eigentlich nur vor, ihre Tochter einfach mal kennenzulernen, nachdem sie mir zufällig, als ich meine Schwester abholen wollte, dort über den Weg lief. Es wurde gestern aber sehr viel mehr, als nur der Wunsch sie ..."

„Mehr? Sie haben doch nicht ...", unterbrach die Mutter, obwohl sie genau wusste, was war.

„Nein, nein", beeilte sich Marc zu sagen. „Das hätte ich mir bei Sandra nie getraut. Es wurde sehr viel schlimmer, ich hab es Sandra auch bereits gestanden, ich habe mich Hals über Kopf in ihre Tochter verliebt. Das ist mir noch nie mit einer früheren Freundin passiert. Ich kann es mir selbst nur damit erklären, es war einfach ihre offene, frische Art, die mich verführte. Als wir uns dann ...", er blickte zu Sandra. Die lächelte nur und sah ihn verliebt an. Da nahm er allen Mut zusammen „... küssten, da war es um mich geschehen. Sicher müssen wir uns noch sehr viel besser kennenlernen, aber ich fürchte, ich habe in ihr jemand gefunden, mit dem ich gerne zusammenbleiben möchte."

Sandra war hell entzückt von diesen Worten, beugte sich zu Marc hinüber und küsste ihn. Zwar nicht lange, sie waren ja nicht alleine, aber immerhin benutzte sie frech die Zunge. Die Mutter sah es mit Genugtuung, sagte aber nichts dazu, ging vielmehr in die Küche an den Kühlschrank, ein neues Bier für den Besuch und Wein für sich und die Tochter zu holen. Marc zeigte, was in ihm steckte und spielte den Mundschenk, während Sandra ihm viel lieber den Mund schenken wollte.

Der Abend dauerte noch recht lange, bis sich Regina urplötzlich verabschiedete:

„Ich lasse euch jetzt noch ein wenig turteln", gestattete sie. „Ich gehe schon mal in die Heia. Ich bekam gestern etwas wenig Schlaf. Benehmt euch aber bitte anständig und seid leise. Ich möchte nicht geweckt werden. Spätesten kurz nach Mitternacht, möchte ich, dass Sandra -- alleine -- auf ihr Zimmer geht. Gute Nacht", und weg war die Mutter. Sandra verstand den Wink sehr gut. Marc war das erste Mal zu Besuch, da gehörte es sich nicht, ihn mit auf ihr Zimmer zu nehmen.

Das junge Liebespaar war erst verblüfft, dann nutzten sie die Chance. Es wurde zwar nicht so heftig wie gestern, aber Küssen und Busen streicheln ist ja doch relativ leise. Sandra lernte auch eine neue Bezeichnung als Marc ihr sagte:

„Ich liebe deine Möpse, aber noch viel mehr dich.

Kapitel 06 -- Beginnende Liebe

Die aufgewühlten Gefühle des jungen Liebespaares beruhigten sich in den nächsten Wochen etwas, was ihr normales Verhältnis zueinander betraf. Das bedeutete aber keineswegs, dass ihre Liebe zueinander sich ebenfalls normalisierte. Bereits nach knapp vier Wochen, hatte Regina eine erste gute Idee, als Sandra wieder, zusammen mit ihrem Marc, direkt nach der Arbeit zuhause eintrudelte.

„Hört mal ihr zwei, ich habe bisher ja schon immer für Sandra zum Abend gekocht und ihr für mittags passende Brote mitgegeben. Ich habe das gerne gemacht. Ich verköstige auch sie lieber Marc ..."

„Wofür ich mich auch herzlich bedanke. Mit so etwas hatte ich gar nicht gerechnet", warf Marc ein. „Ganz selbstverständlich bin ich bereit, dafür natürlich zu bezahlen. Sagen sie mir doch ganz einfach, was ich dafür monatlich abdrücken darf. So ganz arm bin ich zum Glück ja nicht", fügte er schnell hinzu. „Ich verdiene nicht schlecht."

„Ahm -- da wollte ich gerade drauf zu sprechen kommen", sagte Regina erleichtert. Sie hatte zwar eine ordentliche Rente, aber so dicke dann doch nicht. „Wären 100 Euro im Monat wohl zu viel, mal so gefragt?"

„Ich denke, zweihundert Euro, mit Getränken, wären für ein so vorzügliches Abendessen sehr viel angemessener. Bei meiner Mutter drücke ich dann nur noch 100 Euro Miete ab. Das ist genug, da wir ja auch ein eigenes voll bezahltes Haus haben. Allerdings wohnt Inge, meine Schwester dort im Oberstock und ich habe nur mein Jugendzimmer ..."

„Du könntest ja bei mir ...", warf Sandra hilfsbereit ein.

„Halt!", warf die Mutter ein. „Wir wollen doch nicht alles gleich übereilen. Zum Herbst hin können wir das vielleicht einmal überlegen. Jetzt habt ihr euch erst einmal aneinander zu gewöhnen."

Marc und Sandra nahmen diesen Befehl erst einmal zu Kenntnis. Beide wussten gut genug, es war halt ein Versuch von Sandra. Marc hatte inzwischen fest vor, eine eigene nette Wohnung zu suchen, wo er Sandra dann auch mal ganz ungestört für sich haben konnte. Er hatte da mit ihr auch schon darüber gesprochen und sie war gerne einverstanden. Mit Wohnungen stand es aber leider schlecht in dem Ort, wo sie wohnten. Es wurde zwar immer wieder neu gebaut, aber mehr oder weniger nur für den Eigenbedarf.

Wie immer, bei schönem Wetter, ging das Paar, nach dem gemeinsamen Essen, noch auf einen langen Spaziergang hinaus in die Felder oder hinauf in den Wald. Inzwischen hatten sie so manche romantischen Plätzchen gefunden, wo sie sich der Liebe hingaben. Längst war es zwischen den beiden abgesprochen, dass alles erlaubt war - bis auf das Letzte.

Als sie, diesmal auf einem Jägerhochstand am Waldesrand, wie üblich heftig am Schmusen waren, das auch bereits erste Erfolge zeigte, wollt Marc es einfach einmal genauer wissen:

„Schätzchen", bekam Sandra leise zugeflüstert, "ich bin sicher, eigentlich möchtest du es auch."

„Du kennst mich wohl schon viel zu gut?", antwortete das Mädchen, teil noch hefig atmend von dem eben gehabten Event, aber auch etwas errötend, weil Marc sie so durchschaute. Das Erröten war eine neue Eigenschaft an ihr, wohl mit der innigen Liebe zu Marc zusammenhängend.

„Ich denke, ich hab genug Euronen, dass wir uns am Wochenende einmal ein schönes Hotelzimmer leisten könnten und uns dort -- wenn du magst -- endgültig kennenlernen könnten", schlug er vor.

„Liebend gerne", seufzte die Umworbene. „Aber es sprechen leider zwei Dinge dagegen, der Rat meiner Mutter und mein eigener Wunsch."

„Eigener Wunsch?", kam die verblüffte Reaktion.

„Du hast wohl ein schlechtes Gedächtnis", sagte Sandra mit ernstem Gesicht. „Ich würde nur zu gerne mit dir fick... ahm schlafen. Aber Mama hat mich überzeugt. Meine Jungfräulichkeit ist mein einziges Geschenk, das ich für meinen zukünftigen Mann in der Hochzeitsnacht haben werde. Es ist eigentlich schlimm genug, dass ich mit dir da rum mache."

„Aber ..."

„Kein aber", kam es jetzt lächelnd von Sandra. „Damit muss mein Zukünftiger einfach leben. Er muss damit zufrieden sein, dass ich im Übrigen noch unbeschadet bin, aber sonst wenigstens ein wenig erfahren. Zumindest kann ich jetzt gut küssen", kam es inzwischen lachend von ihr, begleitet von einem stürmischen um den Hals fallen.

Marc waren jetzt erst einmal sozusagen die Worte genommen, aber er gab sich der erneuten Umarmung nur zu gerne hin. Trotzdem arbeite natürlich sein Hirn noch. Die Gedanken rasten. Diese Sandra -- ein schönes Mädchen war sie allemal, mit ihr konnte man sich sehr wohl sehen lassen. Intelligent schien sie allemal. Wenn sie das auch noch nicht wollte, zu allem anderen war sie bisher nur zu willig bereit. Wird es möglich sein, über kurz oder lang, sie doch noch dazu zu bringen mit ihm die endgültigen Freuden der Liebe zu genießen? Wenn nicht? Einem anderen Mann wollte er sie keinesfalls gönnen, er wollte sie überhaupt nicht mehr verlieren. Erstmals machte er sich die Konsequenzen klar. Das hieß, er musste das Mädchen heiraten. Aber damit bereits so früh ins Haus zu fallen?

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